Tarifvertrag einzelhandel berlin

So ist beispielsweise Teilzeitarbeit derzeit im Einzelhandel in Italien ein sehr kontroverses Thema. Die Tarifverhandlungen auf nationaler Ebene haben ergeben, dass Teilzeitverträge von weniger als 16 Stunden pro Woche (acht Stunden für Studenten) im Einzelhandel nicht in Anspruch genommen werden können. Darüber hinaus wollen zahlreiche Teilzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit erhöhen oder in Vollzeit wechseln, um ihr Einkommen zu erhöhen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, werden jährliche Analysen im Rahmen von Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene bei einigen Einzelhändlern durchgeführt, um zusätzlich zu den vertraglichen Arbeitsstunden die zusätzlichen Arbeitsstunden von Teilzeitbeschäftigten zu ermitteln. Übersteigen diese Zusatzstunden ein bestimmtes Niveau, so erhöht sich die Arbeitszeit der Teilzeitbeschäftigten, so dass sie sich allmählich dem Vollzeitbetrag nähert. Einer der Gründe für die jüngste Nichterneuerung des nationalen Tarifvertrags für den Einzelhandel war die Nichteinigung über die Regelung der Teilzeitarbeit, wobei die Forderungen der Arbeitgeber auf den Widerstand der Gewerkschaften stießen. Die Arbeitgeberorganisation Confcommercio hat vorgeschlagen, dass die derzeitigen “Elastizitätsklauseln” (die die Dauer der Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten erhöhen) und die “Flexibilitätsklauseln” (die den Arbeitszeitplan variieren) auf betrieblicher und nicht auf nationaler Ebene geregelt werden sollten; die Obergrenze für die Zusatzstunden der Teilzeitbeschäftigten sollte die von Vollzeitbeschäftigten geleistete Arbeitszeit sein; und Teilzeitbeschäftigte sollten Gründe für die Verweigerung von Zusatzstunden vorgeben. Im Jahr 2003 startete die österreichische Gewerkschaft GPA im Lichte der bevorstehenden EU-Erweiterung eine Initiative, an der die Gewerkschaften des Einzelhandels in der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Kroatien beteiligt waren und die von UNI-Europa Commerce unterstützt wurde. Dieser “Wiener Dialog” zielt darauf ab, die Positionen der betroffenen Gewerkschaften in gemeinsamen Bemühungen zur Festlegung einheitlicher grenzüberschreitender Beschäftigungsstandards für alle Beschäftigten im Handel zu harmonisieren, insbesondere im Hinblick auf Ausbildungsstandards und ein generelles Verbot der Sonntagsarbeit. 2004 unterzeichneten die Gewerkschaften eine Erklärung, in der sie ein Verbot des Sonntagshandels forderten und in der es hieß, dass die EU-Erweiterung nicht zu mehr Sonntagsöffnung führen dürfe. Auf der UNI-Europa Commerce-Konferenz im Mai 2003 hatten die Einzelhandelsgewerkschaften einstimmig für die Forderung gestimmt, Sonntagsarbeit in der Branche beizubehalten oder einzuführen. Anwendungsbereich; Verpflichtung zur Einhaltung von Tarifverträgen In einigen Ländern wird in den Arbeitsbeziehungen im Einzelhandel der Regulierung und Nutzung von Teilzeitarbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet, ein Thema, das auch mit der Deregulierung der Ladenöffnungszeiten verbunden ist. Der Einzelhandel nutzt die Teilzeitarbeit (siehe oben unter “Beschäftigungsbedingungen”), sei es für bestimmte Zeitnischen oder für die Bereitstellung von Personal an Wochenenden, Feiertagen und Zeiten mit starkem Kundenverkehr.

Die Debatte zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften über die im Wesentlichen konzentriert sich auf zwei Themen: “nicht freiwillige” Teilzeitarbeit; und die “flexible” Nutzung von Teilzeitarbeit durch Arbeitgeber, d. h. Verlängerung der Arbeitszeit oder Änderung der Arbeitszeit. In der EU arbeiten 25 Rund 12 Millionen Menschen als Lohnempfänger im Einzelhandel. Das sind fast 8 % aller Lohnempfänger. Dieser Prozentsatz schwankt jedoch in den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich und reicht von 10 % im Vereinigten Königreich bis zu nur 5 % in Schweden – siehe Tabelle 3 unten. Dies ist ein weiteres Zeichen für Unterschiede in dem Ausmaß, in dem sich strukturelle Veränderungen auf die Länder ausgewirkt haben. Auch der Anteil der Frauen unter den Einzelhandelsbeschäftigten ist sehr unterschiedlich, von 81 % in Lettland bis 53 % in Malta.

In der Tschechischen Republik, der Slowakei, Österreich, Deutschland, Finnland und Luxemburg sind es über 70 %, in Griechenland, Dänemark und Italien weniger als 60 %. Bitte beachten Sie: Tarifverträge gelten auch dann, wenn Sie und Ihr Arbeitgeber davon nichts wissen.